duisburger filmwoche 43
4.–10. november 2019
im filmforum am dellplatz

Neue Auswahlkommission berufen

Die Duisburger Filmwoche (4. bis 10. November 2019) setzt neue Akzente in der Programmgestaltung. Gudrun Sommer und Christian Koch, seit April mit der Leitung des Festivals betraut, haben eine sechsköpfige Auswahlkommission eingeladen, um gemeinsam mit ihnen das künstlerische Profil der Filmwoche fortzuschreiben. Die Kommission wurde für die kommenden zwei Jahre berufen.

Die Kölner Regisseurin Bettina Braun ist mit der Filmwoche gut vertraut. Die Grimme-Preisträgerin präsentierte unter anderem ihre Arbeiten „Was lebst Du?“ (2004) und „Lucica und ihre Kinder“ (2018) in Duisburg und wurde dort 2004 mit dem Publikumspreis der Rheinischen Post ausgezeichnet. Der Medienwissenschaftler und Filmjournalist Jan Künemund kennt die Filmwoche seit seinem Studium in Bochum und war im Rahmen seiner Tätigkeit für den Filmverleih Edition Salzgeber und die Universität Hildesheim immer wieder in Duisburg zu Gast. Mit Alex Gerbaulet und Anja Dreschke verstärken zwei Filmemacherinnen das Team. Dreschke, promovierte Ethnologin, arbeitet an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, ist Regisseurin und Ausstellungskuratorin. Alex Gerbaulet lehrte unter anderem an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und arbeitet als Filmemacherin und Produzentin bei der bereits auf der Filmwoche ausgezeichneten Berliner Produktionsfirma Pong. Aus Österreich ist der Autor und Filmvermittler Alejandro Bachmann berufen. Er war in den vergangenen Jahren Mitglied der ARTE-Jury und zuletzt mit einer Buchpräsentation zu dem von ihm mitherausgegebenen Band zu Werner Herzogs dokumentarischem Werk auf dem Festival eingeladen. Bereits 1997 hat der Schweizer Luc Schaedler mit seinem Film „Made in Hong Kong“ (1997) die Filmwoche und ihre Debattenkultur kennengelernt. Er ist Filmemacher und Produzent sowie aktuell Mitglied im Stiftungsrat von Swiss Films.

Die Auswahlkommission wird in den nächsten Monaten alle eingereichten Beiträge sichten und Mitte September das Programm zusammenstellen. Dabei halten Christian Koch und Gudrun Sommer am konzentrierten Programmprofil der Filmwoche fest: „Inmitten der Allgegenwärtigkeit von Second Screens ist genau dies die Kunst der Stunde: den Filmen auf der Leinwand ungeteilte Aufmerksamkeit widmen. Wir verzichten bewusst auf Nebenreihen und Parallelsektionen – keine leichte Entscheidung angesichts der Vielzahl und Vielfalt an dokumentarischen Produktionen, die uns jedes Jahr erreichen. Hinzu kommt, dass jeder Auswahlprozess mit einer großen Verantwortung gegenüber den Filmschaffenden und ihren Arbeiten verbunden ist. Wir setzen im Sichtungsverlauf wie in der Festivalwoche auf die intensive und kontroverse Auseinandersetzung, den genauen Blick und den Mut, auch unbequemen Filmen und ästhetisch kompromisslosen Positionen eine Bühne zu geben. Es freut uns sehr, dass sich die neu besetzte Auswahlkommission auf diese Herausforderung mit uns einlässt und ihre vielfältige Expertise und Debattenfreude in die Filmwoche einfließen wird.“

Wie bisher fungieren die Kommissionsmitglieder auch als Gastgeber*innen der Diskussionen nach den Filmvorführungen. Eine Festivalteilnahme umfasst daher auch die Einladung an die Autor*innen, persönlich nach Duisburg zu kommen und im Gespräch mit dem Publikum ihre Arbeiten zu reflektieren.

Die ersten Sichtungen starten Ende Juni, Einreichungen für das diesjährige Festival sind noch bis 30. August möglich.

Die Filmwoche wird ab diesem Jahr auch visuell auf neue Art und Weise wiedererkennbar sein: Das Kölner Bureau Mathias Beyer gestaltet seit diesem Jahr das Erscheinungsbild des Festivals.