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Filmwoche auf der Diagonale in Graz

Die Duisburger Filmwoche ist vom 18.-23.3. auf der Diagonale – Festival des österreichischen Films zu Gast. Für das Special „Dialektik der Zumutung. Unbehagen im Dokumentarfilm“ haben unsere Kurator:innen Patrick Holzapfel und Friederike Horstmann vier Beispiele aus der Geschichte des Duisburger Festivalhistorie ausgewählt: Die poetisierte Wahrnehmung einer Armutsexistenz in ICH DENKE OFT AN HAWAII (1978) von Elfi Mikesch, die womöglich obszöne Offenlegung tabuisierter Themen in BABY, I WILL MAKE YOU SWEAT (1994) von Birgit Hein, das vor der Kamera verhandelte Ungleichgewicht zwischen Protagonist und Filmemacherin in UNCOMFORTABLY COMFORTABLE (2021) von Maria Petschnig und die verstörend aufdringlich erscheinende Nähe zu den Protagonist:innen in DAS BLOCK (2007) von Stefan Kolbe und Chris Wright.

Zwar verbindet man Unbehagen eher mit fiktionalen Genres wie Thriller oder Horrorfilm, doch auch in dokumentarischen Formen spielt es eine Rolle, wenn es die Modi der Repräsentation von Wirklichkeit hinterfragt und so verdrängte Themen sichtbar machen kann. Vor allem ethische Aspekte sind hier relevant, weil die Menschen vor der Kamera keine professionellen Schauspieler:innen sind. Die vier ausgewählten Filme verdeutlichen, dass der Kinosaal mit seinen raumzeitlichen Verbindlichkeiten die Wirkungskraft des scheinbar Unzumutbaren noch verstärkt: Das Dispositiv lädt dazu ein, sich auf das einzulassen, was man eigentlich dachte, nicht ertragen zu können.

Im Anschluss an die Screenings finden Gespräche mit den Filmemacher:innen und weiteren Gästen statt.