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PRIPYAT am 14.4. bei Duisburg im Bilde

PRIPYAT, © 2026 Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion

Der nächste Termin unserer Filmreihe Duisburg im Bilde, die wir gemeinsam mit der VHS Duisburg veranstalten, steht fest: Am 14.4. um 20 Uhr zeigen wir Nikolaus Geyrhalters Dokumentarfilm PRIPYAT (AT 1999). In der titelgebenden Stadt wohnten einst 50.000 Angestellte und Arbeiter:innen des Atomkraftwerks Tschernobyl, bis zum GAU, der sich am 26. April 2026 zum 40. Mal jährt.

Zur Entstehungszeit des Films 1999 und auch heute noch ist Pripyat eine schwer bewachte und hoch kontaminierte Geisterstadt inmitten der radioaktiv verseuchten Zone, die von der Ukraine bis tief nach Weißrußland reicht. Die umliegenden Dörfer wurden größtenteils evakuiert. Die 30-km-Zone ist mit einem Stacheldraht eingezäunt, sie entspricht einem willkürlich mit dem Zirkel abgemessenen Gebiet und nicht der realen Verseuchung der Böden.

Trotzdem lebten oder arbeiteten dort Ende der 1990er Jahre noch etwa 15.000 Menschen: Im immer noch aktiven 3. Block des Kraftwerks, in der Zonenverwaltung, bei der Miliz oder in den zahlreichen Forschungseinrichtungen. Viele der Dörfer waren ebenfalls bewohnt: Von ihren ausgesiedelten und illegal zurückgekehrten, aber geduldeten Eigentümern oder von Menschen, die sich bewußt in die praktisch unüberwachbare Zone mit den vielen leerstehenden Häusern flüchteten. PRIPYAT erzählt so vom Arbeiten und Überleben in einem improvisierten Mikrokosmos, in dem man nichts essen, nichts trinken und bei Wind keinen Staub einatmen sollte – doch weil Radioaktivität mit menschlichen Sinnen nicht wahrnehmbar ist, hält sich kaum jemand an diese Empfehlungen.

Im Anschluss findet ein Gespräch mit Gerhard Schwemm statt. Er war Ende der 1980er Jahre Mitglied der Bürgerinitiative gegen Atomanlagen in Duisburg, Mitbegründer der Grünen und seitdem Ratsmitglied und Geschäftsführer der Grünen Ratsfraktion in Duisburg. Er engagiert sich noch heute in der Anti-Atomkraftbewegung.

Wir zeigen PRIPYAT in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln, Tickets gibt es an der Abendkasse oder online über die Seite des Filmforums.