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Mo 2.11.
50. Duisburger Filmwoche
doxs! dokumentarfilme für kinder und jugendliche #25 -
20:30 Uhr
Nathalie
von Tamara Milosevic / CH 2025 / 78′
Schweizerdeutsch, Französisch mit deutschen Untertiteln
Internationale Erstaufführung
Auf dem Rücken einen Dampfreiniger und einen Berg voller Schulden hetzt Nathalie durch ihr Leben. Die alleinerziehende Mutter arbeitet als Putzkraft, schneidet die Hecke für Fremde und die Fußnägel eines pflegebedürftigen Freundes. Die Post öffnen: manchmal. Aufgeben: niemals. „Ich lerne Life.“ Eine Frau in der Extremsituation eines Lebens am Existenzminimum. Beim Yoga ist ihr Bauch hart wie Beton, doch eine Träne bahnt sich ihren Weg.
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Di 3.11.
10 Uhr
Hinterlegte Nummern
von Farina Mietchen / DE 2025 / 20′
Deutsch mit englischen Untertiteln
„Jetzt hör ich dich wieder, du warst gerade weg.“ Verzögerungen, Störgeräusche, Wahlwiederholung. Mit einem Gefängnistelefon lassen sich nur hinterlegte Nummern anrufen. Am anderen Ende warten Partner:innen, Bekannte, Freiwillige. Gemeinsam wird ferngesehen, werden Freigänge geplant, der unvereinbare Alltag besprochen. Die Leitung rauscht, das Bild auch, und auch wenn die Verbindung immer wieder abbricht, wird der Kontakt aufrechterhalten.
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In Schnöggersburg, der größten militärischen Modellstadt Europas, im dünn besiedelten Sachsen-Anhalt, wird simuliert, trainiert und für den Kriegsfall geprobt. Soldat:innen in Ausbildung schießen aus Hinterhalten der Kulisse, geschminkte Unterschenkelfrakturen werden versorgt und auch interessierte Bürger:innen dürfen hier mal in einen Panzer klettern. Während die Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr alle Register zieht, wird sich durch Fiktionsproduktion auf die Landes- und Bündnisverteidigung vorbereitet.
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14:20 Uhr
Das Monument bewegt sich
von Marja Suna Vormann / DE 2026 / 20′
Deutsch, Spanisch mit deutschen Untertiteln
Uraufführung
Auf den Mauern des Monuments stehen die Namen tausender Verschwundener, daneben erstreckt sich der Río de la Plata. Während der Diktatur warfen die argentinischen Militärs ihre Opfer aus Flugzeugen in den Fluss. „Presente!“ skandieren die Angehörigen auf der Plaza de Mayo in Buenos Aires – „Wir werden euch aufspüren“ singen sie im Gerichtssaal. Ein Chor, der sich auch nach Jahrzehnten noch Gehör verschafft und für Gerechtigkeit kämpft. Erinnerung ist nicht aus Stein, sondern ein Strom, der unablässig fließt.
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2013, am letzten Tag des Jahres, wird Almourad Aldeeb in Damaskus festgenommen. Das Kinn auf den Knien, die Hände mit Kabelbinder gefesselt, fährt ihn ein Auto zu einem der brutalsten Gefängnisse des Assad-Regimes. „Wenn das Jahr doch nur 364 Tage hätte.“ In den heute leeren Gängen und Zellen drängt sich die Erinnerung – an die Schreie, Schmerzen und das Sterben. Nach seiner Flucht ist der Regisseur zurückkehrt, die Stimme tonlos. Der Versuch, ein Grauen fassbar zu machen, das sich der Erzählung entzieht.
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Zu ihrem Jubiläum versammelt die Filmwoche Arbeiten für das Kino: Ein Buch, darin 50 Texte zu 50 Festivaljahren, geschrieben von Filmemacher:innen, Kritiker:innen, Wissenschaftler:innen, Vermittler:innen, Freund:innen. Essays, Gespräche, kurze Filmtexte blicken nicht nostalgisch zurück, sondern aus der Gegenwart auf Filme, Formen und Bedingungen des dokumentarischen Kinos. Bei der Buchpräsentation werden ausgewählte Texte gelesen und miteinander ins Gespräch gebracht – im Kino. Dazu zeigen wir KNITTELFELD – STADT OHNE GESCHICHTE von Gerhard Friedl, der anlässlich des Festivaljubiläums neu digitalisiert wurde. Ein Buch und ein Film, nicht als Chronik, sondern als montierte Ausweise von Gegenwart. Ein Abend über das Sehen und Weiterdenken von Filmgeschichte; über die sichtbaren und unsichtbaren Arbeiten für das Kino.
— in Kooperation mit StrzeleckiBooks und dem Österreichischen Filmmuseum
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20:30 Uhr
Mein genialer Vater
von Tete Hoffmann / DE 2026 / 87′
Deutsch mit englischen Untertiteln
„Ich bin kein Vater, ich bin Schriftsteller.“ Zwischen Regalen vollgestopft mit Materialien, Anekdotischem und einem literarischen Lebenswerk suchen Tochter und Vater gemeinsam nach Arztbriefen und der Eigentlichkeit ihres Verhältnisses zueinander. Über acht Jahre hinweg wird vor und hinter der Kamera gesprochen, gestritten, im Mund umgedreht, sich in den Armen gelegen und darum gerungen, wie nah man sich überhaupt kommen kann, wenn Sprachskepsis und Demenz sich gegenseitig durchdringen.
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Mi 4.11.
Die Schöpfer der Einkaufswelten
von Harun Farocki / DE, AT 2001 / 72′Am Anfang der Kommerzialisierung des öffentlichen Raums war das joviale Wort seiner Planer. Ummantelt wahlweise mit dem Vokabular des Geschmacks oder des ökonomischen Zwangs gestalten Männer in Meetings Malls und entwerfen die Selbstverständlichkeit des omnipräsenten Konsums. Entsprechend ihres Glaubenssatzes „Die Füße gehen nur dorthin, wo die Augen schon waren“ arbeiten sie an Blickachsen auf neue Produkte, vermessen sie Bewegungen nervöser Kund:innenpupillen. Unter ihren Händen entstehen Welten für Menschen, deren Aufmerksamkeit bereits verplant ist. Farockis filmische Formen schauen und schneiden gegen dieses merkantile Blickregime an. Ein Film über die Organisation des Sehens, der selbst zwischen vielen Orten des Sehen oszillierte: Fernsehen, Ausstellung – und Kino.
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12 Uhr
Béni’s Noise
von Valérie Pelet / AT, FR 2026 / 44′
Französisch mit deutschen Untertiteln
Internationale Erstaufführung
Das Prickeln von Stromleitungen in der Luft. Das Gurgeln von Wasserbahnen unter dem Asphalt. Das Summen einer Pflanze, die nur eine Nacht im Jahr blüht. Der eigene Herzschlag. Die zehnjährige Béni sammelt Geräusche. Ihr Ton-Tagebuch spinnt ein Netz durch die Stadt. Eine Welt voller virtueller Strukturen und unsichtbarer Zusammenhänge erhält in der Wahrnehmung des Mädchens einen Resonanzraum – wird begreifbar und neu erzählbar.
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14 Uhr
Afterlives
von Kevin B. Lee / DE, FR, BE 2025 / 88′
Englisch, Deutsch mit deutschen Untertiteln
Wer Medusa anblickt wird zu Stein, wer Darstellungen extremer Gewalt konsumiert, bleibt ohnmächtig zurück. Propagandavideos des Daesh, in denen Folterszenen einem Actionfilm gleich ästhetisiert werden, müssen auf Distanz gebracht und als „visuelle Rhythmen des Terrors“ ausgelesen werden, um Medusa zu entgehen. In Screenshots aufgesplittet, in Ordner abgelegt und auf Desktops verschoben, lässt sich das Nachleben solcher Bilder untersuchen, ohne sie zeigen zu müssen.
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16:45 Uhr
Sunstrokes
von Julian Rabus / DE, US 2026 / 28′
Englisch mit deutschen Untertiteln
Uraufführung
Dem Crush endlich gesagt haben, dass man auf ihn steht, zur Midlife-Crisis vorspulen, eine Suizid-Telefonhotline betreiben – dass in Gedanken theoretisch alles möglich ist, gerät mit dem Aufwachsen zunehmend in Vergessenheit. Auf Autofahrten durch ein abendlichtgefärbtes Los Angeles, beim Rumhängen in Jugendzimmern und im Park fantasiert eine Gruppe junger Erwachsener, wie es wäre, wenn man nicht wäre, wie und wo man ist, und stellt dabei normative Vorstellungen vom „guten Leben“ auf die Probe.
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20:30 Uhr
I love you, I leave you
von Moris Freiburghaus / CH 2025 / 94′
Schweizerdeutsch, Englisch, Portugiesisch mit deutschen Untertiteln
Deutsche Erstaufführung
Unzählige Zigaretten, Kreativitätsschübe im Studio, kaum Schlaf. Dino Brandão ist Musiker und befindet sich nicht zum ersten Mal in einer manischen Episode. „In Angola würde es heißen, ich bin ‚connected to the spirits‘, in der Schweiz nennen sie es Psychose“, meint Dino. In seinem Zürcher Alltag gerät er jedoch wiederholt in Konflikt mit dem Gesetz. Als er versucht der Klinikeinweisung zu entgehen, gerät nicht nur seine Freundschaft mit dem Filmemacher an ihre Belastungsgrenze.
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Do 5.11.
10 Uhr
an open field
von Teboho Edkins / ZA, FR, DE 2025 / 38′
Englisch, Amharisch mit deutschen Untertiteln
Der Himmel leuchtet wie ein Gemälde, darunter ein Feld, auf dem noch einzelne Trümmer liegen und Knochen von Verunglückten. 2019 stürzte eine Boeing kurz nach dem Start in Addis Abeba ab. Alle 157 Insassen starben, darunter auch der Bruder des Regisseurs. Vor Ort trifft er auf Einheimische, bei denen seine Trauer ein Dach und eine Form findet. Während die Fluggesellschaft über ihre Anwälte kommuniziert, vermischen sich die Gesänge der Gemeinde mit dem Wind und legen sich über die Leere der Landschaft.
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12 Uhr
Hotel Utopia
von Julia Groteclaes / DE 2026 / 84′
Bulgarisch, Englisch, Deutsch mit deutschen Untertiteln
Mobiles Arbeiten in paradiesischer Umgebung, Biografien wie Reisekataloge, ein positives Mindset und ausreichend Kapital. Im bulgarischen Rila-Gebirge soll ein leerstehendes Hotel in Wohnraum für Digital Nomads verwandelt werden. In post-kommunistischer Kulisse suchen sie nach Gemeinschaft, der zigsten Möglichkeit, sich neu zu erfinden, und einem günstigen Steuerwohnsitz. Während Investor:innen aus der ganzen Welt anreisen, belächeln die Bewohner:innen des Nachbardorfes das Vorhaben.
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14:30 Uhr
Chronos – Fluss der Zeit
von Volker Koepp / DE 2026 / 198′
Deutsch, Ukrainisch, Litauisch, Belarussisch, Russisch, Rumänisch mit englischen Untertiteln
Orte verweben sich, Zeitströme fließen ineinander. Volker Koepp entwirft ein vielarmiges Delta seines Werks. Seit 1972 ist er zwischen Ostsee und Schwarzem Meer unterwegs – in einer Region, die in der Antike Sarmatien hieß. Der Gedichtband Sarmatische Zeit von Johannes Bobrowski wird für Koepp zum Leitmotiv einer Reise, die Rückkehr, Rückschau und Reaktualisierung ist. Echos der Geschichte treffen auf die Sirenen im Ukrainekrieg. Eine Zeile von Celan hallt auf: „Es ist Zeit, dass es Zeit wird.“
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19 Uhr
The 49th Year
von Heidrun Holzfeind / AT, DE, JP 2026 / 88′
Deutsch mit englischen Untertiteln
Europäische Erstaufführung
Nur Autogeräusche dringen in seine Zelle. Seit über 40 Jahren ist Toshihiko Kamata in Haft – als Kopf einer linken Gruppierung, die Anfang der 1970er-Jahre Anschläge gegen Polizeiposten und US-Militäreinrichtungen in Japan verübt hat. In Briefen schreibt er über sein Leben im Untergrund und im Gefängnis, kommentiert das Zeitgeschehen und die Politik. Seine isolierte innere Welt tritt in Dialog mit Bildern der äußeren Gegenwart. Schreiben als Strategie der Resilienz und als Teilhabe an der Gesellschaft.
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Carmen
von Anja Salomonowitz / AT 1999 / 23′Cinema Alcázar
von Florence Jaugey / NI 1997 / 10′Audience
von Barbara Hammer / US 1982 / 33′In AUDIENCE richtet Barbara Hammer die 16-mm-Kamera auf ihr eigenes Publikum: Vor und in Kinos befragt sie ihre Zuschauer:innen und initiiert Gespräche über lesbische Repräsentation, Pornografie und Feminismus. Während AUDIENCE das Kino als Ort kollektiver Verhandlung zeigt, erzählt CARMEN von einer individuellen, libidinös besetzten Bindung: Carmen begehrt das Kino körperlich. Ihre zärtlich-haptische Kinoleidenschaft wirkt umso kostbarer, als ihr Wiener Schikaneder-Kino von einer Einkaufswelt verdrängt werden könnte. In CINEMA ALCÁZAR ist die Kinobindung existenziell: Durch ein Erdbeben wird ein Kino zur brüchigen Behausung. Die Kamera beobachtet ruhig, während das Voice-over einer alten Frau von ihren Kinomitbewohner:innen erzählt.
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23 Uhr
Nightline 1
Frau Kraushaar
— präsentiert von DUISBURG IST ECHT
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Fr 6.11.
10 Uhr
Arbeiten für das Kino
PASSAGEN
Raum nehmen. Ins Bild treten.
Wie wird Öffentlichkeit im Dokumentarfilm sichtbar? Die 3sat-Passagen nehmen Filmausschnitte aus der Festivalgeschichte und darüber hinaus zum Ausgangspunkt, um über Bilder von Versammlungen, Protest und die Organisation von Gegenöffentlichkeit zu sprechen. Im Zentrum steht der öffentliche Raum als umkämpfte Bühne: Wer tritt auf, wer bleibt unsichtbar, wie verteilen Filme Aufmerksamkeit, Raum und Haltung? Die Veranstaltung danach, wie sich Formen politischer Sichtbarkeit verändert haben – von körperlicher Anwesenheit und gemeinsamer Aktion bis zu heutigen, digitalen Öffentlichkeiten. Britta Hartmann und Anne Küper führen ein offenes Gespräch über dokumentarische Bilder, die Öffentlichkeit nicht nur zeigen, sondern selbst herstellen und ihren Bedingungen eine Form geben.
— in Kooperation mit 3sat
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12 Uhr
Mein halber Vater
von Viki Kühn / AT, DE 2026 / 92′
Deutsch mit englischen Untertiteln
Internationale Erstaufführung
„Würde ich jeden Tag heulen, wäre ich schon im Grab“: Nach einem Schlaganfall des Vaters ist die Mutter ins Zentrum der Familie gerückt. Waschen, motivieren, dirigieren, durchhalten. Die Regisseurin ist Teil des Care-Systems und wechselt die Rollen und Perspektiven. Ihre Kamera ist mal scheu, mal schonungslos, die Trauer über den Verlust der Vaterfigur ist so groß wie die Überforderung. In einem Zeitbogen von acht Jahren wiederholen sich die Familienrituale. Doch die Stimmung wird fragiler – wie der Vater.
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14:45 Uhr
>1,5°C: Pyropolitics and the New World
von Lukas Marxt / AT, DE 2026 / 73′
Englisch
Ein tiefroter Himmel verspricht keine Revolution, auch wenn SUVs Feuer fangen und Brandherde in Villenvorgärten schwelen. Anfang 2025 brennen in und um Los Angeles Wälder, Häuser und ganze Stadtteile. Feuerwehrleute bahnen sich ihren Weg, andernorts läuft die Unterstützung derer an, die nun alles verloren oder ohnehin nie viel besessen haben. Und während die Natur sich die Stadt zurückholt, werden Quartiere zu Brachflächen und Straßenzügen zu Ruinen.
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17:15 Uhr
Auf der Rückseite der Landschaft
von Philipp Hartmann / DE 2026 / 30′
Deutsch, Spanisch mit englischen Untertiteln
Mittagessen an der heißen Theke, ein Schnack an der Haltestelle, ein Schläfchen auf der Rückbank. Jeden Tag bringt der alternde Filmemacher seine Frau zur Arbeit und holt sie wieder ab. In den Stunden dazwischen bewegt er sich durch Supermarkt-Entrées und über Parkplätze hinweg, studiert Sonderangebote und diktiert per Handy Filmideen an Bekannte. Sein Interesse an vergessenen Orten ungebrochen, der Blick zunehmend peripher, macht er täglich Randnotizen in der Konsumzone.
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19 Uhr
Mit Ästen bis zum Himmel
von Katharina Copony / AT 2026 / 86′
Deutsch mit englischen Untertiteln
Einen ausgestopften Bären umarmen, die Schale von Hühner- und Straußenei ertasten, das Verhältnis von Baumkrone und Wurzeln begreifen. Neben Lesen, Schreiben und Rechnen, lernen die Kinder am Bundes-Blindeninstitut Wien sich mit Händen und Stimme sensorisch zu orientieren. In der Schule üben sie den Umgang mit Klicksonar oder digitaler Unterstützung, um sich durch ihre Umwelten zu bewegen, nachmittags fluchen sie beim Fußballtraining und triezen sich auf dem Nachhauseweg.
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Cien niños esperando un tren
von Ignacio Agüero / CL 1988 / 56′Was kann das Kino in Zeiten der politisch bedingten Unfreiheit bewirken? Was kann es leisten? In seinem gegen Ende der Pinochet-Diktatur gedrehten Film widmet sich der chilenische Dokumentarist Ignacio Agüero der Filmerzieherin Alicia Vega. Am Rand von Santiago bringt die einigen Kindern bei, was das Kino ist und wie ein Film gemacht wird. Die Kinder lernen über Kameras und Projektionen, sie sehen Filme von Chaplin oder Disney. Kinder, die nie zuvor einen Film gesehen haben. Kinder, denen der Zugang zu Bildung und Kunst von der Politik versperrt wird. Ohne soziale Wirklichkeiten auszusparen, zeigt Agüero auf, wie Filme und das Kino als Ort zu Horten der Gemeinschaft, des Protests und der sich öffnenden Möglichkeiten für eine Zukunft werden.
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23 Uhr
Nightline 2
KREIDLER
— präsentiert von DUISBURG IST ECHT
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Sa 7.11.
10 Uhr
Die Kunst des Wartens
von Ljupcho Temelkovski / DE 2026 / 70′
Serbisch, Bulgarisch, Deutsch mit deutschen Untertiteln
Uraufführung
Der Filmemacher leistet freiwillige soziale Arbeit. In seinem Büro sitzen Menschen, deren Leben in der Warteschleife des Systems festhängen. Bei Anruf: keine Antwort. Die Sprache eine amtliche Ansage: Unterhaltsvorschuss, Aufenthaltstitel, Duldungsverlängerung. Temelkovski setzt den Strukturen der Macht Gesten der Solidarität entgegen. Zuhören, sondieren, beraten. „Wenn du illegal bleibst, werden sie dich irgendwann finden.“ In der Kompliz:innenschaft entfaltet sich eine Kraft gegen das Ausgeliefertsein.
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12:15 Uhr
Ein Meter Neunzig
von Gregor Bartsch / DE 2026 / 30′
Deutsch mit englischen Untertiteln
Ein grauer Ostermontag in Potsdam. Würdenträger eilen an den Protestierenden vorbei zum Gottesdienst. Der Turm der einst gesprengten Garnisonskirche wird eingeweiht. Bald soll der Wiederaufbau des ganzen Gebäudes folgen, das den Zusammenschluss von preussischem Militarismus, Naziregime und Kirche zementiert hat. Ein Riss zieht sich durch Epochen und Ideologien, Altes und Gegenwärtiges. Denn der Kirche muss das ehemalige DDR-Rechenzentrum weichen, heute Workspace für Kreative.
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14 Uhr
Übergang
von Peter Badel und Chris Wright / DE 2026 / 120′
Deutsch mit englischen Untertiteln
„Der Autor ist Figur des Films“, schreibt Thomas Heise kurz vor seinem Tod. Übergang, Heises letztes Projekt, wird von zwei langjährigen Wegfährten zu Ende gebracht. Vom Bahnhof Schönhauser Allee, in dessen unmittelbarer Nähe Heise bis zuletzt gelebt hat, ziehen sich Erzählfäden durch unterschiedliche Zeiten und Zonen seines Lebens, Arbeitens und Denkens. „Man muss sich daran gewöhnen, dass die Sachen nicht mehr so einfach zu erklären sind“, sagte er 1993 auf einem Panel. Fragmente einer komplexen Persönlichkeit – und einer Stimme, die fehlt.
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17:15 Uhr
Verlaufskritik
Die Auswahlkommission der 50. Duisburger Filmwoche lädt zum Gespräch: Wir wollen einen konzentrierten Blick auf gemeinsam Gesehenes werfen und das Programm der Festivalwoche Revue passieren lassen. Welche Verbindungen haben sich ergeben? Was war wichtig und wovon hätten wir uns mehr gewünscht? Ein offenes Format in der Festivallounge.
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20 Uhr
Preisverleihung
3sat-Dokumentarfilmpreis
ARTE-Dokumentarfilmpreis
Preis der Stadt Duisburg
„Carte blanche“ Nachwuchspreis des Landes NRW
Andocken-Preis für dokumentarische Perspektiven der Film- und Medienstiftung NRW
Publikumspreis der Rheinischen Post für den beliebtesten Film
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So 8.11.
Gegen Spekulanten
von Klaus Helle, Florence Kraak und Bernd Segin / DE 1976 / 87′Filme über das Wurzeln Schlagen, über Unwirtlichkeit, über das trotzdem Bleiben. Filme über das Sichtbarwerden in Duisburg.
In GEGEN SPEKULANTEN begleiten junge Filmstudierende die Bewohner:innen der Rheinpreußen-Siedlung. Dort, im Duisburger Westen, wird Gegenöffentlichkeit hergestellt: Gerade die Frauen wehren sich gegen Abriss, Verwertung und den Verlust von preiswertem Wohnraum.
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Ohneland
von Hatice Ayten / DE 1995 / 5′Mögen die Eichen nach uns wachsen
von Dietrich Schubert / DE 1986 / 30′Filme über das Wurzeln Schlagen, über Unwirtlichkeit, über das trotzdem Bleiben. Filme über das Sichtbarwerden in Duisburg.
Entlang einer Kurzgeschichte Fakir Baykurts lernen wir in MÖGEN DIE EICHEN NACH UNS WACHSEN einen Mann aus Anatolien kennen, der nach 22 Jahren bei Mannesmann seine Arbeit verliert und Deutschland verlassen soll. In OHNELAND sprechen Jahre später junge Frauen aus einer Gegenwart, in der ihnen auf gewaltsame Weise bedeutet wird, dass für sie hier kein Platz sei. In ihrem Sprechen liegt die Weigerung, sich einschüchtern zu lassen: „Weil ich nunmal hier lebe!“