Rahmenprogramm: Arbeiten für das Kino
Unser diesjähriges Rahmenprogramm setzt sich unter dem Titel „Arbeiten für das Kino“ mit der Öffentlichkeit des Dokumentarischen und dessen Räumen auseinander. Es ist vor allem das Kino als öffentlicher Raum, der Begegnungen zwischen Film, Filmemacher:innen und Publikum ermöglicht, der aber immer wieder neu hergestellt werden muss und stets von Kommerzialisierung bedroht ist.
Das Rahmenprogramm fragt mit Vorführungen historischer Filme, Diskussionsrunden, der gleichnamigen Publikation und weiteren Extras danach, wie der Dokumentarfilm Öffentlichkeit herstellen, Gegenöffentlichkeit sichtbar machen und unter welchen Bedingungen gemeinsames Sehen gestaltet werden kann. Denn den Schlüssel fürs Kino findet man nur im Kino. So verstehen wir unser Rahmenprogramm in diesem besonderen Jahr für die Filmwoche, in dem wir einen Blick auf öffentliche Räume und das Kino als Ort richten werden.
Harun Farockis SCHÖPFER DER EINKAUFSWELTEN (4.11., 10 Uhr) nimmt beispielsweise einen Ort in den Blick, an dem das Sehen ganz gezielt organisiert wird: Shopping Malls. Farocki beschäftigt sich mit der Kommerzialisierung des öffentlichen Raums und den bildgebenden Verfahren, die damit einhergehen. Blickachsen, Bewegungen und die Aufmerksamkeit der Kund:innen werden dabei genau untersucht und geplant.
Das En Plus-Programm stellt das Kino in den Mittelpunkt – als Ort der Vermittlung, der Bildung und der Emanzipation. Am 5.11., 21:30 Uhr richten mit CARMEN von Anja Salomonowitz, CINEMA ALCÁZAR von Florence Jaugey und AUDIENCE (US 1982) von Barbara Hammer drei Filme den Blick auf das Kino als sozialen und politischen Raum und verbinden Fragen nach Gemeinschaft, Begehren und Zugehörigkeit mit feministischen und queeren Perspektiven, präsentiert von ARTE und der dfi – Dokumentarfilminitiative Filmbüro NW. Am 6.11. um 21:30 Uhr begleitet ONE HUNDRED CHILDREN WAITING FOR A TRAIN von Ignacio Aguero einen Kino-Workshop für Kinder während der chilenischen Diktatur und erzählt dabei von der Bedeutung des Kinos und seiner Vermittlung in fragilen politischen Umständen, präsentiert von ARTE.
Mit den Duisburgbildern widmet sich die Filmwoche zum Ausklang des Festivals am Sonntag (8.11.) ihrer Heimatstadt. Sowohl auswärtige Gäste, als auch Duisburger:innen sind eingeladen, unterschiedliche Perspektiven auf die Stadt einzunehmen. Gezeigt werden mit GEGEN SPEKULANTEN (11 Uhr), OHNE LAND & MÖGEN DIE EICHEN NACH UNS WACHSEN (13 Uhr), Filme, die (Gegen-)Öffentlichkeit stiften, präsentiert von der Sparkasse Duisburg.
Die 3sat-Passagen (6.11., 10 Uhr) nehmen Filmausschnitte aus der Festivalgeschichte zum Ausgangspunkt für ein offenes Gespräch über Bilder von Öffentlichkeit, Versammlung und Protest. Unter dem Titel Raum nehmen. Ins Bild treten führen Britta Hartmann (Professorin für Filmwissenschaft/ Audiovisuelle Medienkulturen an der Universität Bonn) und Anne Küper (Kulturwissenschaftlerin, Kritikerin, Künstlerin) ein offenes Gespräch über dokumentarische Bilder, die Öffentlichkeit nicht nur zeigen, sondern selbst herstellen und ihren Bedingungen eine Form geben.
Auch unsere Jubiläumspublikation Arbeiten für das Kino ist Teil des Rahmenprogramms. Bei der offiziellen Buchpräsentation (3.11., 18:30 Uhr) werden ausgewählte Texte gelesen und miteinander ins Gespräch gebracht. Dazu wird KNITTELFELD – STADT OHNE GESCHICHTE von Gerhard Friedl gezeigt, der anlässlich des Festivaljubiläums neu digitalisiert wurde. In Kooperation mit StrzeleckiBooks und dem Österreichischen Filmmuseum.
Neben dem filmischen Rahmenprogramm lädt die Filmwoche außerdem zu zwei Konzerten, einer durchgängigen Installation von Festivaltrailern im Studio des BORA und einer interaktiven Video- und Interviewarbeit auf dem Dellplatz ein. Weitere Infos dazu finden Sie hier.